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Nigeria in 2019

Beantragte Projekte in 2019
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154
Project
applications
K
121
Funded
projects
Finanzierte Projekte in 2019
Head of Section

Mit mehr als 190 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Christen und Muslime machen jeweils knapp die Hälfte der Bevölkerung aus. Im mehrheitlich muslimischen Norden verübt die berüchtigte islamistische Terrorgruppe Boko Haram weiterhin Anschläge und Übergriffe auf die christliche Minderheit. 2019 wurden zahlreiche Priester von den Terroristen entführt. Doch die erlittene Gewalt schweißt die Gläubigen nur noch mehr zusammen. ACN weiß, wie dringend die Kirche in Nigeria in diesen schweren Zeiten auf Hilfe angewiesen ist. Deshalb sind wir mit zahlreichen Hilfsprojekten dort aktiv.

Nicht nur im Norden, auch im mittleren Gürtel des Landes kommt es inzwischen immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen. Dort sind es schwerbewaffnete muslimische Fulani-Hirten, die zum Teil sogar noch brutaler vorgehen als Boko Haram. Problematisch ist zudem die steigende Zahl von Entführungen. Allein im Bundesstaat Enugu wurden 2019 neun Priester entführt. Vertreter der Ortskirche befürchten, dass hinter den Gewalttaten die Absicht stehen könnte, einen nationalen Konflikt zwischen den Religionsgemeinschaften auszulösen.

Durch die erlittene Gewalt wird der Glaube der Christen nur noch stärker.

Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso von Kaduna

Beruhigend sei hingegen, dass Muslime und Christen angesichts der Gewalt ihre Bemühungen um einen fruchtbaren interreligiösen Dialog sogar intensivieren. Nigerianische Bischöfe berichteten ACN, dass die Gläubigen durch die erlittene Gewalt in ihrem Glauben noch näher zusammenstehen und die Anzahl der Katholiken zunimmt. So wurden 2019 weitere Pfarreien gegründet und zusätzliche Gottesdienste angeboten. Zugleich steigt auch die Zahl der Priester- und Ordensberufungen.

Die katholische Kirche St. Rita und das Katechistenhaus in Kaduna nach einem Selbstmordattentat von Boko Haram.
Die katholische Kirche St. Rita und das Katechistenhaus in Kaduna nach einem Selbstmordattentat von Boko Haram.

Dennoch ist die Ortskirche auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen, um ihre pastoralen Aufgaben zu erfüllen, die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen und Trauernden und Traumatisierten beizustehen. ACN hilft daher vor allem bei der Priesterausbildung, leistet Bauhilfen und unterstützt bedürftige Priester mit Mess-Stipendien. Außerdem wurden auch geistliche Exerzitien für Priester gefördert, um sie angesichts der schweren Herausforderungen in ihrer Berufung zu stärken und ihnen die Möglichkeit zu geben, seelisch und geistlich aufzutanken.

Moses Daniel.
Moses Daniel.

Ein Sommerkurs für Ausbilder

Moses Daniel unterrichtet seit zehn Jahren am Priesterseminar der ostnigerianischen Diözese Yola. Dank der Hilfe von ACN konnte er im Sommer in Rom an dem vierwöchigen internationalen Kurs für Ausbilder teilnehmen. Er schreibt: „Als ich an diesem Kurs teilnahm, wurde mir bewusst, dass ich mehr tun muss, als ich bislang getan habe. Dieses Programm hat mir die Augen geöffnet.“