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Äthiopien in 2019

Beantragte Projekte in 2019
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106
Project
applications
K
74
Funded
projects
Finanzierte Projekte in 2019
Head of Section

Das Land am Horn von Afrika ist von Gegensätzen geprägt. Starkes wirtschaftliches Wachstum auf der einen, große Armut auf der anderen Seite. Äthiopien hat knapp 109 Millionen Einwohner und rund 80 Volksgruppen mit sehr verschiedenen Kulturen und Sprachen. 58 Prozent sind orthodoxe Christen und lediglich zwei Prozent gehören dem katholischen Glauben an. Der Anteil der Muslime steigt und liegt zurzeit bei 34 Prozent. In manchen Regionen radikalisiert sich der Islam, es kam bereits wiederholt zu Übergriffen gegen christliche Einrichtungen. ACN unterstützt die Kirche in vielfältiger Weise dabei, ihre Präsenz zu stärken, damit sie den zunehmenden Herausforderungen gewachsen ist.

2019 gab es auch gute Nachrichten aus Äthiopien. So erhielt Präsident Abiy Ahmed im Dezember den Friedensnobelpreis. Er wurde damit vor allem für seinen Einsatz im Friedensschluss mit dem Nachbarland Eritrea gewürdigt – eine sensationelle Wende im Verhältnis der jahrzehntelang verfeindeten Staaten.

Mädchen aus dem Stamm der Dessanech im Dorf Oromate, wo die Menschen erst seit kurzem mit dem Evangelium vertraut sind.
Mädchen aus dem Stamm der Dessanech im Dorf Oromate, wo die Menschen erst seit kurzem mit dem Evangelium vertraut sind.

Dennoch brachen im Oktober schwere Unruhen aus, die sich auch gegen den Präsidenten richteten. Dabei sind Polizeiangaben zufolge mindestens 67 Menschen ums Leben gekommen. Auslöser waren schwelende ethnische Konflikte in der Oromia-Region rund um die Hauptstadt Addis Abeba. Von Gewalt blieb auch die Kirche nicht verschont. Bei Anschlägen radikaler Islamisten wurden bereits wiederholt kirchliche Einrichtungen angegriffen.

Der traditionelle Islam in Äthiopien wird zusehends durch radikalfundamentalistische Strömungen ersetzt.

Priester Petros Berga

Doch trotz zunehmender Bedrohungen wachsen die katholischen Gemeinden. Besonders weil die Ortskirche viele Schulen, Kindergärten und soziale Einrichtungen betreibt. Vor allem in Gebieten der Erst- evangelisierung, in denen die Menschen noch traditionellen Stammesreligionen angehören, gibt es viele Taufen. Eine positive Entwicklung, die nicht zuletzt durch die Hilfe von ACN gefördert wird. Denn wir helfen mit Zuschüssen für den Bau von Kirchen und Kapellen genauso wie bei der Beschaffung von Fahrzeugen für die Seelsorge in den weitläufigen Gebieten.

Im Zentrum unserer Hilfe stehen aber Menschen, die den Glauben verkünden. So haben wir 2019 wieder viele Projekte zur Aus- und Fortbildung der Priester, Ordensleute und Laien sowie die Durchführung pastoraler Programme unterstützt. Eine Herzensangelegenheit ist uns dabei auch die Jugendseelsorge. Denn sie gibt vielen jungen Menschen Hoffnung und ermutigt sie, einen Beitrag für die Zukunft ihres Landes zu leisten, statt auszuwandern.