Nigeria: Die Gefahr einer Stigmatisierung der Fulani

„Der Konflikt in der Middle-Belt-Region ist eher ein Kampf um Ressourcen als ein religiöser Konflikt“, sagt der Direktor des Zentrums für Dialog, Versöhnung und Frieden in Jos.

Das Hilfswerk Aid to the Church in Need (ACN) interviewt Pfarrer Blaise Agwon, Direktor des Dialogue, Reconciliation and Peace Centre (Zentrum für Dialog, Versöhnung und Frieden) in Jos, der Hauptstadt des Bundesstaates Plateau in der Middle-Belt-Region Zentralnigerias. Der nigerianische Priester forscht derzeit am Centre for Conflict Management and Peace Studies der Universität von Jos über Konflikt- und Friedensmanagement. Im Fokus der Untersuchung steht „der Konflikt zwischen Bauern und Viehhirten in der Middle-Belt-Region und die Vermittlung Dritter“. Maria Lozano, Pressereferentin von ACN International, spricht mit ihm über den Konflikt, der über tausend Menschen das Leben gekostet hat.

Vor einigen Wochen sandten die Bischöfe der Region Kaduna eine in scharfen Worten verfasste Erklärung über das furchtbare und enorme Ausmaß, das die Tragödie in „den letzten drei Jahren“ angenommen hat. Ist etwas geschehen, das diese Welle der Gewalt und des Tötens ausgelöst hat?

Ich denke, die Eskalation des Konflikts in den letzten Jahren ist auf die Aktivitäten terroristischer Organisationen wie Boko Haram und ISWAP zurückzuführen, auf die Verbreitung von Waffen infolge der Auseinandersetzungen in einigen afrikanischen Ländern wie Libyen, Mali, der Zentralafrikanischen Republik usw. Solche Konflikte sind nicht spezifisch für Nigeria, sondern finden sich in den meisten afrikanischen Ländern. Insbesondere die Länder der westlichen Regionen haben mit derselben Situation zu kämpfen.

Nigeria: Die Gefahr einer Stigmatisierung der Fulani.
Nigeria: Die Gefahr einer Stigmatisierung der Fulani.

Die westliche Welt weiß zwar von den Bedrohungen durch Boko Haram und ISWAP, aber die Situation, zu der die Bischöfe im Zusammenhang mit den Gräueltaten im Norden des Middle Belt Stellung nehmen, hängt nicht mit diesen Gruppen zusammen.  Worum geht es in dem Konflikt?

Für den Konflikt im Middle Belt sind viele Faktoren verantwortlich. Da sind zum Beispiel die Auswirkungen des Klimawandels, Erosion, das Konkurrieren von Bauern und Viehhirten um Land und Wasser, Viehdiebstahl, Entführungen, Banditentum und Raubüberfälle.  Durch den Boko Haram- und ISWAP-Konflikt im Nordosten und das Schrumpfen des Tschadseebeckens – bisher die Lebensgrundlage für über 40 Millionen Menschen – und durch die damit einhergehenden Auswirkungen der Wüstenbildung kommt es zu Massenwanderungen von Menschen, Tieren und sogar Vögeln und Reptilien in Richtung Middle Belt. Dies hat zu einer gravierenden Konkurrenz um Ressourcen wie Wasser und Land, um Ackerbau und Beweidung, um Bauen und wirtschaftliche Aktivitäten geführt. Dadurch wiederum ist es zu Spannungen zwischen den Menschen gekommen. Boko Haram und ISWAP sind zudem jedoch nach wie vor ein wichtiger Faktor im Konflikt im Middle Belt, da sie immer noch in diesem Gebiet aktiv sind. Sie sind an Entführungen, räuberischen Aktionen und sogar an Viehdiebstahl beteiligt.

Der antagonistische Kampf zwischen Bauern und Viehhirten ist in Afrika seit jeher tief verwurzelt. Deswegen sprechen manche von einem Stammeskrieg. Stimmt es, dass die meisten Verbrechen von Viehhirten der ethnischen Gruppe der Fulani verübt werden?

Es stimmt zwar, dass Fulani-Viehhirten tief in die Verbrechen im Norden und insbesondere in der Region des Middle Belt verwickelt sind, aber nicht alle Fulani. Außerdem sind nicht nur Fulani verantwortlich. Es gibt sehr viele Gruppen aus anderen lokalen ethnischen Stämmen, die ebenfalls in Kriminalität, Banditentum, Entführungen und Viehdiebstahl verwickelt sind, manche von ihnen haben sogar Milizen gebildet. Einige Fulani haben mit lokalen christlichen Gruppen kriminelle Banden gebildet und terrorisieren sowohl die Fulani als auch die lokalen ethnischen Gruppen. Dementsprechend handelt es sich bei den meisten Geschehnissen eher um Kriminalität und auch um einen Konflikt um Ressourcen.

Es gibt etwa 20 bis 25 Millionen Fulani, die weit verstreut in der Sahelzone und in Westafrika leben. Einige Quellen sprechen sogar von 40 Millionen. Ist es nicht gefährlich, ein ganzes Volk, eine ganze Gemeinschaft zu stigmatisieren?

Wir haben tatsächlich über 40 Millionen Fulani, die über die Sahelzone verteilt sind, und im Lauf der Geschichte gab es schon immer Missverständnisse zwischen ihnen und ihren Nachbarn, den Ackerbauern. Solche Streitigkeiten wurden stets mithilfe lokaler Konfliktlösungsverfahren beigelegt. Doch sowohl die Zahl als auch der Schweregrad dieser Konflikte haben in den letzten Jahren nicht nur in Nigeria, sondern auch in anderen Ländern zugenommen, so zum Beispiel in Mali, Niger, Burkina Faso, Ghana, Kamerun, im Tschad usw. Einige dieser Länder sind überwiegend muslimisch, zum Beispiel Niger und Mali, und auch sie haben in ihren Gemeinschaften eine starke Steigerung des Konflikts zwischen Viehhirten und lokalen Gruppen zu verzeichnen.

Bislang gibt es etwa 2,5 Millionen Binnenvertriebene im Nordosten Nigerias, 680 000 Flüchtlinge in Kamerun und über 294 000 im Tschad und in Niger.
Bislang gibt es etwa 2,5 Millionen Binnenvertriebene im Nordosten Nigerias, 680 000 Flüchtlinge in Kamerun und über 294 000 im Tschad und in Niger.

Manche glauben, dass der Konflikt zu einem Völkermord seitens von außen finanzierter Dschihadisten an den Christen im Norden, wo sie eine Minderheit sind, geworden sei. Was halten Sie von dieser Hypothese? Sind die Fulani-Gruppen von islamischen Dschihadisten infiltriert und radikalisiert worden?

Der Konflikt im Middle Belt mag wie ein religiöser Konflikt wirken, weil er zwischen den überwiegend muslimischen Viehhirten und den mehrheitlich christlichen Bauern ausgetragen wird. Es handelt sich jedoch eher um einen Ressourcen- als um einen religiösen Konflikt. Nur die religiöse Trennlinie lässt ihn als religiösen Konflikt erscheinen. Es ist ein Ressourcenkonflikt um Land und Wasser, um Acker- und Weideland usw. Es besteht die Gefahr einer Stigmatisierung der Fulani solcherart, dass alle Fulani wegen der üblen Taten einiger weniger als Dschihadisten bezeichnet werden, selbst wenn die meisten von ihnen sehr gute, friedliche und fleißige Menschen sind.

Tatsächlich sind viele Menschen infolge dieser Gräueltaten gestorben.  Es wird vermutet, dass auch Dschihadisten oder Söldner aus anderen Ländern, insbesondere aus Mali, für einige der Gräuel im Norden verantwortlich sind. Es wäre jedoch falsch zu sagen, dass die Gewalttaten sich nur gegen Christen richten. Eine solche Behauptung ist nicht nur falsch, sondern auch herzlos. Muslime haben unter diesen Angriffen ebenso gelitten wie Christen. Bundesstaaten wie Zamfara, Yobe und Katsina sind zu über 90 Prozent muslimisch, und dennoch haben sehr viele Menschen dort durch die Hände dieser Banditen gelitten. Selbst Katsina, der Heimatstaat unseres Präsidenten und ebenfalls zu über 95 Prozent muslimisch, wurde nicht verschont. Das Dorf des Präsidenten wurde sogar angegriffen, etliche Dörfer wurden völlig niedergebrannt. Und auch in Kaduna haben Christen und Muslime gleichermaßen gelitten. Mir wurde gesagt, dass die Menschen in Zaria, Kaduna, wegen der Aktivitäten der Banditen kaum ihre Felder bestellen können, und in Zaria sind die meisten Menschen Muslime.

Wie sieht es mit den Zahlen aus? Einige Quellen sprechen von tausend Toten. Haben Sie Zahlen zu den Opfern?

Hier haben wir es mit Vermutungen zu tun. Verschiedene Gruppen und NGOs, sowohl einheimische als auch ausländische, präsentieren unterschiedliche Zahlen. Es wird jedoch allgemein angenommen, dass bisher über 20 000 Menschen in Nordnigeria durch terroristische Aktivitäten ums Leben gekommen sind. In der nördlichen Zentralregion wurden in den letzten fünf Jahren mehr als tausend Menschen getötet. Mit den Berichten wird jedoch auch massiv Politik betrieben, da verschiedene Gruppen ihre Zahlen immer wieder aufblähen, um lokale wie auch internationale Sympathien zu gewinnen. Manchmal kleiden sich die Banditen bei ihren Angriffen auch wie Soldaten. Aufgrund all dieser Faktoren gibt es immer wieder Beschuldigungen und Gegenbeschuldigungen, entweder zwischen Fulani und den lokalen Gruppen, zwischen Christen und Muslimen oder zwischen Bauern und Viehhirten, in einem solchen Ausmaß, dass die Fakten unklar bleiben.

Und was ist mit den Flüchtlingen? Die Bischöfe schreiben: „Die Opfer dieser Kriminellen bleiben als Flüchtlinge in Lagern gefangen, leben und sterben in Armut und Krankheit.“ Haben Sie Zahlen über das tatsächliche Ausmaß der Tragödie?

Bislang gibt es etwa 2,5 Millionen Binnenvertriebene im Nordosten Nigerias, 680 000 Flüchtlinge in Kamerun und über 294 000 im Tschad und in Niger. Die Zahlen sind also hoch und beschränken sich nicht nur auf Nigeria, denn der Boko-Haram-Konflikt hat auch andere Länder wie den Tschad, Mali, Niger und Kamerun in Mitleidenschaft gezogen. Das Leben in diesen Lagern ist sehr hart, den Flüchtlinge droht unter anderem Hunger und Missbrauch. Einige von ihnen, vor allem aus der nördlichen Zentralregion, sind jedoch zu ihren Gemeinschaften zurückgekehrt, da der Konflikt dort, abgesehen von Räubereien und Entführungen, wirklich nachgelassen hat.

Was kann und sollte der Rest der Welt tun, um Nigeria in dieser verzweifelten Lage zu helfen?

Meines Erachtens kann die internationale Gemeinschaft Nigeria am besten im Bereich der Sicherheit helfen. Das liegt daran, dass die zuständigen Stellen angesichts der Sicherheitsprobleme Nigerias überfordert sind. Die Sicherheitskräfte brauchen mehr und bessere Ausrüstung, Kommunikationstechnik, Transportmittel usw. Die Regierung muss auch das Budget für diese Sicherheitsorgane aufstocken, mehr Personal rekrutieren und besser für dessen Wohlergehen sorgen, um den Arbeits- und Kampfgeist zu stärken.

 

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Que signifie pour vous cette visite ?

La visite du Pape nous remontera le moral, plus que toute autre chose. Tous les yeux de la planète seront dirigés vers Baghdeda. Le monde saura ainsi ce qui est arrivé à cette ville : les terribles destructions et la migration forcée. Ce serait également bien si nous recevions ensuite un peu plus d’aide et de soutien. Cette visite est très importante pour nous qui sommes ici, surtout après l’énorme migration forcée de tant des nôtres. Cette visite signifie que nous ne sommes pas seuls et qu’il y a des gens qui prient pour nous. Cela nous donnera de l’espoir, nous encouragera à rester dans notre pays et à ne pas le quitter.

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Si j’ai l’occasion de le rencontrer, je voudrais le remercier pour sa visite qui nous rend très heureux, et pour ses prières. Je tiens également à le remercier pour toute l’aide qu’il nous a procurée ces derniers temps. Je n’oublie pas sa grande solidarité et le geste qu’il a fait en vendant aux enchères la Lamborghini qu’on lui avait donnée pour soutenir avec l’argent récolté la reconstruction de la plaine de Ninive. Je voudrais aussi qu’il continue à prier pour nous afin que la paix arrive en Irak.

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

Je voudrais lui montrer l’église historique Al-Tahira et des photos de Baghdeda, je voudrais qu’il voie comment l’État Islamique l’a détruite et comment les gens d’ici ont eu le courage de la reconstruire.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita del Papa levantará el ánimo y la moral, más que cualquier otra cosa. Todos los ojos del mundo se dirigirán a Baghdeda. Así, el mundo sabrá lo que le sucedió a esta ciudad. La terrible destrucción y la migración forzada. También sería bueno si luego recibimos más ayuda y apoyo. Esta visita es realmente importante para nosotros, los que estamos aquí, especialmente después de la enorme migración forzada de tantos de los nuestros. La visita significa que no estamos solos y hay quienes rezan por nosotros. Esto nos dará esperanza, nos animará a permanecer en nuestra tierra y no dejarla.

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Si tengo la oportunidad de encontrarme con él: quiero agradecerle su visita, que nos hace muy felices, y su oración. También quiero darle las gracias por todo lo que nos ha ayudado durante el último periodo. No me olvido de su gran solidaridad y del gesto de subastar el Lamborghini para apoyar con ese dinero la reconstrucción de la llanura de Nínive. También quiero que siga orando por nosotros para que la paz llegue a Irak.

¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda /Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Quiero mostrarle la histórica iglesia Al-Tahira y fotos de Baghdeda, quiero que vea cómo fue destruida por ISIS y cómo la gente de aquí ha sido tan fuerte para reconstruirla nuevamente.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch des Papstes wird die Stimmung und die Moral heben, mehr als alles andere. Alle Augen der Welt werden auf Baghdida gerichtet sein. Dann wird die Welt erfahren, was mit dieser Stadt passiert ist, die schreckliche Zerstörung und die erzwungene Migration. Es wäre auch gut, wenn wir anschließend mehr Hilfe und Unterstützung bekommen würden. Dieser Besuch ist wirklich wichtig für uns hier, besonders nach der großen Zwangsmigration so vieler unserer Leute. Der Besuch bedeutet, dass wir nicht allein sind, und dass es Menschen gibt, die für uns beten. Das wird uns Hoffnung geben, es wird uns ermutigen, in unserem Land zu bleiben und es nicht zu verlassen.

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Wenn ich die Gelegenheit habe, ihn zu treffen: Ich möchte ihm für seinen Besuch, der uns sehr glücklich macht, und für sein Gebet danken. Ich möchte mich auch bei ihm für alles bedanken, was uns in der letzten Zeit geholfen hat. Ich werde nie seine große Solidarität vergessen sowie die Geste, den Lamborghini zu versteigern (siehe Link zur Meldung), um mit diesem Geld den Wiederaufbau der Ninive-Ebene zu unterstützen. Ich möchte auch, dass er weiterhin für uns betet, damit im Irak Frieden einkehrt.

Was möchten Sie ihm in Baghdida /Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte ihm die historische Al-Tahira-Kirche zeigen und Bilder von Baghdida, ich möchte, dass er sieht, wie alles von ISIS zerstört wurde und welcher Kraft die Menschen hier es wiederaufgebaut haben.

What does the Pope’s visit mean to you?
The papal visit will lift up our spirits and morale more than anything else. All the eyes of the world will be on Baghdeda. And in this way the world will know what happened to this city. The terrible destruction and the forcible ethnic cleansing. It will also be a good thing if afterwards we get more support and help. This visit is really important to us, to those of us who are living here, especially after the massive ethnic cleansing and expulsion of so many of us. His visit means that we are not alone and that there are people who are praying for us. This will give us fresh hope and encourage us to persevere, here on our own soil, and not leave it.

What would you like to say to the Holy Father?
If I get the opportunity to meet him, I would like to be able to thank him for his visit, which has made us very happy, and for his prayers. I would also like to thank him for all he has done to help us in recent times. I have not forgotten his great gesture of solidarity in auctioning the Lamborghini in order to use the money to help pay for the reconstruction of our homes on the Niniveh plains. I would also like to ask him to continue praying for us and for peace to return to Iraq.

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? Which places should he visit?
I would like to show him our historic Al-Tahira church, and some photos of Baghdeda. I’d like him to be able to see how it was destroyed by IS and how the people here have worked so hard recently to rebuild it once more.

Qu’est-ce que cette visite signifie pour vous ?

La visite du Pape est ce que nous désirions le plus ici. C’est une grande bénédiction. Nous avons un grand désir de le voir. Ce qui rajoute de l’importance à cette visite, c’est la situation de vulnérabilité que nous, chrétiens, subissons en Irak. Il y a plusieurs raisons à cette fragilité, toutes sont les séquelles de l’État Islamique. Toutes ces destructions ont grandement contribué à l’émigration des chrétiens. De nombreux problèmes pèsent sur nous. Mais par sa visite, le Pape nous donnera de l’espérance et de la confiance, il nous encouragera et réduira notre fardeau. Bien que la situation soit instable en Irak en ce qui concerne la sécurité, tout spécialement dans le domaine politique, on s’attend à ce qu’à l’arrivée du Pape, sa sécurité soit correctement assurée.

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Je voudrais lui demander de me donner sa bénédiction, de bénir mon travail et le dévouement des prêtres d’ici, et de bénir le peuple par ses prières. Je voudrais lui demander d’aider tous ceux qui sont en danger dans ce pays, qu’ils soient chrétiens ou musulmans. Qu’il tente de mobiliser les pays du monde entier pour soutenir ce pays qui a besoin d’aide.

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

J’aimerais qu’il visite l’église Al-Tahira, parce que c’est un symbole et un élément du patrimoine de Baghdeda. Cette église est la mère, le foyer et le patrimoine de chacun des habitants de Baghdeda. Nos ancêtres ont construit cette église, nous avons tous le sentiment d’en faire partie. Bien sûr, nous serions heureux qu’il visite de nombreux endroits, des églises, monastères et maisons traditionnelles, et qu’il rencontre également beaucoup de gens qui ont le désir de le voir.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita del Papa es lo que más hemos deseado aquí. Es una gran bendición. Sentimos un gran anhelo de verlo. Lo que agrega importancia a esta visita son las condiciones tan vulnerables que sufrimos los cristianos en Irak. Hay varios motivos para esa fragilidad, todas las secuelas que ha dejado el ISIS, esa enorme destrucción ha llevado en gran medida a la emigración de cristianos. Muchos problemas pesan sobre nosotros. Pero cuando nos visite, nos dará esperanza, confianza y aliento y reducirá esta carga. Además del hecho de que la situación de seguridad en Irak, especialmente la política, es inestable, se espera que a la llegada del Papa se garantice su seguridad de manera correcta.

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Querría pedirle que me dé su bendición, que bendiga mi servicio y la entrega de los sacerdotes aquí y que bendiga al pueblo a través de sus plegarias. Le pido que ayude a todos los que están en peligro en este país, ya sean cristianos o musulmanes. Que intente movilizar a los países del mundo para que apoyen a este país que necesita ayuda.

 ¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda / Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Me encantaría que visite la iglesia Al-Tahira, porque es símbolo y patrimonio de Baghdeda. Esta iglesia es madre, hogar y herencia de cada uno de los habitantes de Baghdeda. Nuestros antepasados ​​construyeron esta iglesia, todos nos sentimos parte de ella. Ciertamente, nos alegraría que visitara muchos lugares, iglesias, monasterios y casas tradicionales,  también que vea a muchas personas que anhelan verlo.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch des Papstes ist das, was wir uns hier am meisten gewünscht haben. Es ist ein großer Segen. Wir spüren eine starke Sehnsucht, ihn zu sehen. Was diesen Besuch noch wichtiger macht, sind die äußerst prekären Bedingungen, unter denen wir Christen im Irak leiden. Es gibt mehrere Gründe für diese Zerbrechlichkeit. All die Folgen, die ISIS hinterlassen hat, diese enorme Zerstörung hat in großem Maße zur Auswanderung von Christen geführt. Viele Probleme lasten auf uns. Aber wenn er uns besucht, wird er uns Hoffnung, Zuversicht und Ermutigung geben und diese Last verringern. Auch wenn die Sicherheitslage im Irak, insbesondere die politische Situation, instabil ist, hoffen wir, dass bei der Ankunft des Papstes seine Sicherheit ausreichend gewährleistet ist.

 

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Ich möchte ihn bitten, mir seinen Segen zu geben, meinen Dienst und die Hingabe der Priester hier zu segnen und die Menschen durch seine Gebete zu segnen. Ich bitte ihn, all jenen zu helfen, die in diesem Land in Gefahr sind, ob sie nun Christen oder Muslime sind; und die Länder der Welt zu mobilisieren, um dieses Land, das Hilfe braucht, zu unterstützen.

Was möchten Sie ihm in Baghdida / Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte, dass er die Al-Tahira-Kirche besucht, denn sie ist ein Symbol und Erbe von Baghdida. Diese Kirche ist die Mutter, die Heimat und das Vermächtnis eines jeden einzelnen Menschen in Baghdida. Unsere Vorfahren haben diese Kirche erbaut, wir alle fühlen uns als Teil von ihr. Sicherlich würden wir uns freuen, wenn er viele Orte, Kirchen, Klöster und traditionelle Häuser besuchen würde, und auch, wenn er viele Menschen treffen würde, die sich danach sehnen, ihn zu sehen.

What does the visit mean to you?
The papal visit is the thing we have longed for most of all here. It will be a great blessing. We have a great yearning to see him. What gives added importance to this visit is the so very vulnerable situation that we are suffering as Christians in Iraq. There are many reasons for this vulnerability, including the aftermath of what IS left behind, the enormous destruction which has led in such large measure to the emigration of the Christians. There are many problems weighing on us. But when he comes to visit us, he will give us new hope and confidence and some relief from this burden. In addition there is the fact that the security situation in Iraq, and especially the political situation, is so unstable, so we are hoping that when the Pope does arrive they will guarantee his security in the way that they should.

 

What would you like to say to the Holy Father?
I would like to ask him to give me his blessing, to bless my ministry and the hard work of all the priests here, and also to bless all the people through his prayers. I would ask him to help all those in danger in this country, whether they are Christians or Muslims. And that he might strive to encourage the countries of the world to support this nation, which is truly in need.

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? What places ought he to visit?
I would love him to visit the Al-Tahira church, because it is a symbol and a rich cultural legacy of Baghdeda. This church is the mother, the home and the inheritance of every one of the inhabitants of Baghdeda. Our forefathers built this church, and we all feel we are a part of it. Of course, we would be happy for him to visit many different places – churches, monasteries and traditional homes – and also for him to be able to meet all the many people who are longing to see him.

Que signifie pour vous cette visite ?

Elle a une valeur morale, et non pas économique. Cette question occupera l’opinion publique mondiale, et tout spécialement irakienne. J’ai l’impression d’y tenir une place importante.

 

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Ce sera formidable de faire sa connaissance, et je voudrais lui dire : « Nous avons besoin d’une protection internationale parce que notre communauté chrétienne a subi une migration forcée ».

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

J’aimerais lui montrer les églises et les maisons brûlées, afin qu’il voie les dégâts que l’État Islamique a laissés derrière lui dans cette ville. Et aussi notre Musée du patrimoine de Baghdeda pour lui présenter notre histoire et notre culture.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita tiene un valor moral, no económico. Este tema ocupará la opinión pública en el mundo y especialmente en Irak. Siento que tengo un lugar importante en él.

 

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Será genial conocerlo y querría decirle “necesitamos protección internacional, porque nuestra comunidad cristiana ha sufrido una migración forzada”.

¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda /Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Me gustaría mostrarle las iglesias y las casas quemadas, para que vea el daño que dejó ISIS en esta ciudad. Y también nuestro Museo del patrimonio de Baghdeda para presentarle nuestro historia y cultura.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch hat einen moralischen Wert, keinen wirtschaftlichen. Er wird die öffentliche Meinung in der Welt und insbesondere im Irak beherrschen. Ich habe das Gefühl, dass ich einen wichtigen Anteil daran habe.

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Es wird großartig sein, ihn zu treffen, und ich möchte ihm sagen: „Wir brauchen internationalen Schutz, weil unsere christliche Gemeinschaft unter der erzwungenen Auswanderung gelitten hat“.

Was möchten Sie ihm in Baghdida /Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte ihm die Kirchen und ausgebrannten Häuser zeigen, damit er den Schaden sieht, den ISIS in dieser Stadt angerichtet hat. Und auch unser Heimatmuseum in Baghdida, um ihm unsere Geschichte und Kultur näher zu bringen.

What does this visit mean to you?
This visit has a moral value rather than an economic one. This is a topic that will engage public opinion around the world and especially in Iraq. I feel as though I have an important part to play in it.

What would you like to say to the Holy Father?

It would be wonderful to be able to meet him, and I would like to be able to say to him, “We need international protection, because our Christian community was forcibly displaced.”

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? What places should he visit?
I would like to be able to show him the churches and houses that were burnt out, so that he could see the destruction left behind by IS in this city. And also our Baghdeda Heritage Museum, so that we can show him our history and culture.